Töpfe, Siebe und Löffel erklingen. Goethe-Grundschule: Musikprojekt der Drittklässler - „Komponieren mit Alltagsgegenständen“

Wer hat nicht schon einmal einen Topf als Trommel benutzt, den Eierschneider als Harfe erklingen lassen oder mit Löffeln einen Takt geschlagen. Ganz gewöhnliche Haushalts- und Küchengeräte sind beliebte „Musikinstrumente“, die jeder spielen und mit denen man ganz tolle Geschichten erzählen kann. Und genau das stand am Montag und Dienstag für die Drittklässler der Gardelegener Goethe-Grundschule auf dem Stundenplan.

Die Dozenten Eva Gödan aus Meißen und Dr. Johannes Voit aus Köln, die beide für das Musikalische Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt tätig sind und als Duo „Klangkulisse“ den Grenzbereich zwischen zeitgenössischer Musik und Theater ausloten, waren für ein ganz besonderes Schulprojekt in der Bildungseinrichtung zu Gast. Denn „Komponieren mit Alltagsgegenständen“ war am Montag für die Mädchen und Jungen der Klasse 3b und am Diesntag für die Klasse 3a angesagt. Dafür hatten sie Töpfe, Deckel, Löffe, Reiben, Siebe und vieles mehr mitgebracht.

Jeweils gegen Mittag gab es die Uraufführungen zweier Kompositionen. Denn jeder Dozent übernahm eine Gruppe, die sich eine Geschichte ausdachte und diese mit entsprechenden Klängen der unterschiedlichsten Gegenstände unterlegte. In der Klasse 3b von Diana Thieke erzählte die erste Gruppe unter Leitung von Johannes Voit von einem Krebs. Dieser kam – klack, klack – die Treppe hoch und raspelte sich – rrr, rrr – Möhren in der Küche, als plötzlich – klong – die Uhr von der Wand fiel. Der Krebs erschrak und kippte – pladauz – um. Als ihm dabei – kawumm – auch noch ein Hammer auf den Fuß fiel, haute er mit diesem die Uhr kaputt, bevor er  – tatütata – ins Krankenhaus fuhr. Für die tolle Vorstellung, die nach dem Erzählen der Geschichte noch einmal wiederholt wurde, gabs Applaus von den Klassenkameraden. Sie hatten sich beim Klangerlebnis zwar vorgestellt, auch Blitz, Donner und Regen gehört zu haben. Aber das ist ja jedem selbst und seiner Fantasie geschuldet. Die zweite Gruppe um Eva Gödan hatte sich eine Geschichte mit – klapp, klapp, klapp – Pferden ausgedacht. Die solte ein Schmied – klopf, klopf – beschlagen, obwohl er gerade Mittag machen wolte, weil die Uhr – dong, dong – zwölf schlug. Doch er entsprach der Bitte des Mannes. Die Arbeit dauerte genau – dong – eine Stunde. Auch diese kleinen Künstler erhielten viel Beifall.

Und es war für jeden ersichtlich, dass den Drittklässlern dieser Projekttag riesigen Spaß gemacht hatte. Deshab wünschen sie sich eine Wiederholung im nächsten Schuljahr.

Altmark Zeitung Gardelegen, 02.04.2015


„Spuk“ im Hochhaus: Viel Beifall für Stationentheater „Heimlicht“

Das von Johannstädtern organisierte Stationentheater „Heimlicht“ im 15-Geschosser Pfeifferhannsstraße 19 am Freitag und Sonnabend war ein Erfolg. 180 Menschen kamen am Freitagabend, 260 am Sonnabend, freute sich Tilo Rother vom Verein JohannStadthalle. Wer ein richtiges Theater im herkömmlichen Sinne erwartet hatte, sah sich allerdings getäuscht. Das begann schon im Eingangsbereich. Der eine oder andere schaute erst mal konsterniert, als er auf lustige Art mehr oder weniger genötigt wurde, Hausschuhe anzuziehen. Doch auf der Tour zwischen Keller und 14. Etage wurde dann klar, warum: Hier spielten Laiendarsteller aus der engeren und weiteren Umgebung, hatten mehrere Hausbewohner die Türen zu ihren Wohnungen weit geöffnet und luden zur Besichtigung und zum Schwätzchen ein.  [...] Viel Beifall fanden die kleinen Konzerte im Minibad und der Tanz von vier Personen in der Dusche. Herzlich gelacht wurde im Keller. Dort versuchten zwei „Wühlmäuse“ aufzuräumen und nicht mehr benötigte Dinge auszusortieren. Wie das ausging, kann sich jeder denken - wie im richtigen Leben halt.

Dresdner Neueste Nachrichten, 19.11.2012


Ein ganzes Hochhaus macht Theater

Wie lebt es sich eigentlich in einem 15-Geschosser? Kennen sich die Mieter oder ist alles anonym? Die JohannStadthalle und vier Künstler starten mit Johannstädtern und Bewohnern des Hochhauses Pfeifferhansstraße 19 am 16./17. November ein tolles Projekt. Wohnungen und Flure werden zur Bühne für erheiternde, intime oder obskure Alltagsszenen; Fahrstuhlbegleiter in Frack und Zylinder geleiten die Gäste; im Keller stöbert eine „Wühlmaus“; in einer Dusche agieren mehrere Musiker und Tänzer; Barockdamen sinnieren über Plattenbau-Vorzüge; eine Familie versucht vergebens „Nach Hause zu Kommen“ und Alltagsgeräusche aus Küche und Wohnzimmer mischen sich zu einem ganz eigenen Sound. Was sich Eva Gödan (Regie), Johannes Voit (Komponist), Sophie Uchmann (Szenografie) und Marita Matzk (Choreografie) gemeinsam mit den Akteuren des soziokulturellen Zentrum JohannStadthalle ausgedacht haben, klingt nicht nur verrückt, es dürfte die verrückteste Dresdner Aufführung des Jahres werden. [...] „Anfangs gab es viele fragende Gesichter, doch schnell fand eine Idee zur anderen“, umschreibt Eva Gödan den Prozess von der ersten Idee bis zum Konzept für „Heimlicht“. Der Name steht für zwei Dinge: das heimliche (=anonyme, intime) Leben und das Licht, das durch dieses Projekt auf den Alltag eines Johannstädter Hauses geworfen wird. Die Besucher dürfen gespannt sein auf die vielen kleinen Geschichten, die mit Augenzwinkern erzählt werden.

WochenKurier, 13.11.2012


Kein Spuk im Hochhaus: Mieter machen auf der Treppe Theater

Jetzt kommt richtig Leben in die Bude! Das Hochhaus an der Pfeifferhannsstraße 19 wird am 16. und 17. November zur quirlig bunten Bühne: Anwohner bitten unter dem Titel „Heimlicht“ zu einem Musik-Theater-Spektakel. Der Zylinder sitzt, der Anzug auch: Ursula Bleul (75) und „Charly“ Rüdiger (77) haben schon Lampenfieber. „Wir machen alles mit“, lachen sie. [...] Das Paar gehört zu knapp 80 Johannstädtern, die - behutsam geführt von Künstlern und der „JohannStadthalle“ - in der Platte ein Experiment wagen. An 15 Stationen zwischen Keller und Dach agieren sie mit Feuereifer: Hier gibt‘s ein Tänzchen in der Dusche, da ein Streichquartett in der Küche, dort ein Guckloch mit Gute-Nacht-Geflüster oder die Geräuschkulisse eines Ehezoffs - und im 10. Stock ein Café zum Schwatz über Gott und die Welt. „Wir wollen das Hochhaus zum Klingen bringen, die Anonymität durchbrechen“, sagt Regisseurin Eva Gödan. „Die Ideen kamen von den Akteuren“.

Dresdner Morgenpost, 09.11.2012


Streichquartett in der Dusche

Reichen drei Quadratmeter für ein Streichquartett? Und wie passen vier Tänzer unter eine Dusche? Das Rätsel löst sich ausschließlich im Hochhaus Pfeifferhannsstraße 19. Der 15-Geschosser verwandelt sich am 16. und 17. November in eine komplette Theaterkulisse. [...] Gespielt, getanzt und musiziert wird in Kellerräumen, auf Fluren und im Treppenhaus. Selbst durch Schlüssellöcher schauen ist erlaubt. „Heimlicht“ haben Regisseurin Eva Gödan und Komponist Johannes Voit ihr Wandeltheater genannt, das gemeinsam mit dem Verein Johannstadthalle entstand. Eine Kombination aus heimelig und heimlich sowie Heim und Licht. „Das Hochhaus verbinden wir einerseits mit Anonymität, andererseits mit ganz individuellen Rückzugsräumen“, sagt Voit. „Wir wollen Geschichten über die Bewohner erzählen, rücken ihnen ganz dicht auf die Pelle und zeigen sogar ihre privaten Gute-Nacht-Bring-Rituale“, so der Komponist. Entstanden sind die Ideen des Projekts in Workshops mit 45 Laiendarstellern, die alle aus dem Stadtteil stammen. Nach der Besichtigung des Hauses hatte eine Protagonistin die Idee zur Wühlmaus-Szene. Darin wird sie im Keller in alten Sachen wühlen. „Vielleicht hat sie sogar eine Leiche im Keller. Wir sind Voyeure, die sie beobachten können“, sagt Voit. Manches wird real erscheinen, obwohl es inszeniert ist. [...] Begleitet werden Akteure und Besucher von einer Kulisse aus Alltagsgeräuschen, die Voit in elektronischen Kompositionen verarbeitet hat. [...] Auch äußerlich wird das Hochhaus Furore machen. Auf die Fassade projizieren die Künstler eine große Installation. Das Tanztheater im Erdgeschoss-Klubraum ist auch von außen sichtbar. „Wir erlauben Einblicke“, sagt die Regisseurin. Das Herz des Hauses schlägt im zehnten Stock. Bewohner öffnen dort ihre Wohnungen [...] und erzählen ihre Geschichten.

Sächsische Zeitung, 09.11.2012


Wühlmaus im Keller und Tanz in der Dusche

Das gab es wahrscheinlich noch nie: Ein bewohnter 15-Geschosser wird zum Theater. Akteure sind Johannstädter im Alter zwischen 8 und über 80 Jahren - allesamt Laien auf dem Gebiet der Schauspielerei. [...] „Heimlicht“ heißt das Ganze und findet am 16. und 17. November im Hochhaus Pfeifferhannsstraße 19 in der Johannstadt statt. Jeweils vier Stunden an beiden Tagen kann man nach Art eines Stationentheaters und Wandelkonzerts zwischen etwa 15 Aufführungen bzw. Aktionen in fünf Wohnungen, sieben Fluren, in Treppenhaus, Keller und Gemeinschaftsraum pendeln und sich so seine ganz persönliche Musik-Tanz-Theater-Aufführung zusammenpuzzeln. [...]

Die Idee haben JohannStadthalle e.V., der Komponist Dr. Johannes Voit und Theaterpädagogin Eva Gödan gemeinsam entwickelt. Professionell unterstützt werden sie bei der Umsetzung von der Choreographin und Bewegungstherapeutin Marita Matzk und der Bühnen- und Kostümbildnerin Sophie Uchman.

Ausgangspunkt für die vielen Szenen, die Intimes, Ritualisiertes, Obskures und Erheiterndes aus dem alltäglichen Leben aufnehmen, sind die Lebensläufe und Anregungen der auf irgendeine Art und Weise mitwirkenden Bewohner der Johannstadt. So haben sich die Gymnasiasten vom Benno-Gymnasium mit dem Thema „Klatsch und Tratsch im Hochhaus“ beschäftigt und unter Anleitung des Komponisten Johannes Voit im Treppenhaus eine musikalische Flüsterpost inszeniert. [...]

Jede Idee sei nicht nur an- sondern vor allem auch ernst genommen worden, freut sich Ursula Bleul. Die fröhliche und quirlige 75-Jährige, die selbst in der Pfeifferhannsstraße 19 wohnt und sich gleich unkompliziert als „Uschi“ vorstellt, hat mir ihrem Lebenspartner Karl Rüdiger („Charly“) für „Heimlicht“ Ehekrach gespielt. Zudem werden beide am Freitag und Sonnabend als Fahrstuhlbegleiter nicht nur Orientierungshilfe geben und den erhofften Besucheransturm etwas lenken, sondern auch so ganz nebenbei auf verschiedene Weise für Unterhaltung sorgen. „Bei Heimlicht spielt sich das wahre Leben ab“, sagt Uschi. Wobei manchmal nicht auszumachen sein wird, was Realität und was Inszenierung ist. Aber wie sagt Uschi treffend? „Im Grunde ist doch das ganze Leben Theater.“

Dresdner Neueste Nachrichten, 09.11.2012


Jugendliche entwickeln sich zu Dirigenten

Klötze: "Vorhang auf für neue Musik." Unter diesem Titel fand ein Projekt in der Klötzer Sekundarschule statt, finanziert vom Kompetenz-Zentrum Sachsen-Anhalt. Hierzu war das Duo "Klangkulisse" mit Eva Gödan und Johannes Voit in der Einrichtung an der Straße der Jugend zu Gast.

Ihr Credo ist, so berichtete Eva Gödan, "neue Musik mit Aspekten des zeitgenössischen Theaters zu verbinden". Hierbei können Schüler jeden Alters nicht nur ausgewählte Musiktitel kennenlernen, sondern werden auch spielerisch an neue künstlerische Ausdrucksformen herangeführt. Dabei, so betonte Eva Gödan, steht das eigene Tun im Vordergrund. Das bedeutet, vieles ist erlaubt, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

In der Praxis sah das so aus, dass die Sekundarschüler Alltagsgegenstände wie Zeitungen oder Flaschen zur Hand nahmen und ihnen Töne entlockten. Kaum zu glauben, aber wahr - nach und nach wurden aus einem anfänglichen Rascheln oder Klopfen richtige Kompositionen. Eva Gödan: "Die Schüler sollen entdecken, dass jeder auf seine Weise musikalisch ist", dass sich den kuriosesten Materialien schöne Geräusche entlocken lassen, "und dass man nicht unbedingt ein Instrument beherrschen oder Noten lesen können muss, um eine Melodie zu erzeugen". Denn im Prinzip verfüge jeder über ein gewisses Takt- und Rhythmusgefühl.

Eva Gödan und Johannes Voit sensibilisierten die Jugendlichen dafür, Klänge und Geräusche bewusst wahrzunehmen, Körper und Stimme zur Kommunikation einzusetzen und ein ästhetisches Urteilsvermögen zu entwickeln. Zum Abschluss des Workshops waren die Schüler sogar so weit, dass sie das Erlernte in einer Präsentation öffentlich darbieten konnten.

Volksstimme, 29.10.2012


Mitzubringen sind Körper und Stimme

Die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 bis 15 Jahren sitzen auf Kistentrommeln. Die Cajòns - Rhythmusinstrumente, die in Peru heimisch sind - wurden während eines Betriebspraktikums von anderen Schülern gebaut. Auch Eva Gödan hat auf einer Cajòn Platz genommen. Die Musikerin aus Dresden gibt den Rhythmus vor - und alle trommeln mit.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Johannes Voit ist Eva Gödan an diesem Tag zu einem Projekt für „Neue Musik“ an die Sekundarschule Süd-Ost gekommen. Gefördert wird das Vorhaben vom Musikalischen Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt, das an das Kulturministerium des Landes angebunden ist.

In zwei Wochen soll der heutige Workshop in eine Aufführung münden. „Arbeit mit Raum, Körper und Stimme“ heißt der Titel der Veranstaltung. Dabei sollen sich die Schüler einmal möglichst unverkrampft ausprobieren, unabhängig davon, ob sie sich selbst als musikalisch empfinden oder nicht.

„Ich finde es wichtig, dass sich die Schüler für etwas begeistern“, sagt Eva Gödan, die neben Schulmusik auch Theaterpädagogik studiert hat. An diesem Tag soll auch mit der eigenen Stimme gearbeitet werden. „Es geht um die Klanglichkeit der Sprache“, sagt Johannes Voit. Der Komponist, der auch Erfahrungen als Opernchorsänger am Theater Görlitz mitbringt, findet es wichtig, dass die Ohren offen bleiben für neue Klangerlebnisse.

Mitteldeutsche Zeitung, 26.05.2011

 

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